Das Puppenzimmer und ein gescheiterter Versuch

Frohes Neues Jahr, alle zusammen! 

Mein neues Jahr beginnt dann gleich mit einer Rezi und dem Bericht über einen gescheiterten Versuch, ein heissersehntes Buch zu lesen, der kläglich scheiterte.


Dotbooks Verlag
EBook
Erschienen 2013
431 Seiten
ISBN 978-3-95520-380-1

Klappentext :

Seine Stimme war leise und samtig, ein bisschen melancholisch. Bei den dunkel umrandeten Augen war kaum etwas anderes möglich. " Meine Schwester und ich sind auf der Suche nach einem Mädchen. Einem ganz besonderen Mädchen."

London im Jahre 1908. Drei Wege führen aus dem Waisenhaus: der Tod, das Arbeitshaus oder eine Adoption. Als die junge Florence in den Haushalt der Familie Molyneux aufgenommen wird, kann sie eigentlich aufatmen- doch sie erkennt schnell, dass etwas auf dem prachtvollen Landsitz Hollyhock ganz und gar nicht stimmt. Warum darf außer ihr niemand das Zimmer voller alter Puppen betreten? Wieso kann sie dort manchmal Kinderlachen hören und manchmal ein Weinen? Und welches düstere Geheimnis Bergen Rufus Molyneux und seine eiskalte Schwester? Florence ahnt noch nicht, wie gefährlich Neugier sein kann- und dass nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht...
Meine Meinung:

Maja Ilisch erzählt von Seite 1 an so, das ich direkt in der Geschichte versunken war. Die Beschreibung der ersten Begegnung von Florence und Rufus ist so faszinierend und mysteriös, das man weiter lesen möchte, um mehr zu erfahren.

Die Charaktere fand ich von Beginn an schlüssig. Florence ist mutig, neugierig, mit einem Schuss Naivität und Leichtsinn, die sie auch prompt in die ein oder andere unangenehme Situation bringen. Besonders im Umgang mit dem harten Rufus und seiner sehr schlecht einzuschätzenden Schwester, mal zuckersüß, mal kalt wie Eis, stolpert Florence in manches Fettnäpfchen.
Trotz der schwierigen Situation ist sie glücklich, dem Waisenhaus entkommen zu sein. Sie versucht, ihren Platz im Haushalt zu finden, zwischen Herrschaft und Hauspersonal.
Ihre Aufgabe im Haushalt erscheint überraschend einfach. Sie soll lediglich in einem Zimmer voller Puppen jeden Tag eine auswählen, vermessen, katalogisieren und ihr einen Namen geben. Unter strengster Geheimhaltung. Und spätestens, als Florence ein Lachen in dem Raum vernimmt, in dem sie mit den Puppen alleine ist, schwant ihr und auch dem Leser/ der Leserin Böses...

Alles in allem fand ich "Das Puppenzimmer" eine spannende, unterhaltsame Lektüre.
Mich hat die Richtung, in die sich die Geschichte irgendwann auflöste, überrascht. Ehrlich gesagt war das nicht so mein Ding, was aber Geschmackssache ist. Spannend und schlüssig war es allemal. 
Das Ende war mir persönlich etwas zu offen, irgendwie fehlte mir da was....aber auch das ist sicher Geschmackssache.

Wer  Mysterie mit einem Schuss Fantasy mag, dürfte bei diesem Buch durchaus richtig sein. 

Ja, und dann endete 2016 für mich lesetechnisch noch mit einer Enttäuschung.
Es hatte sich beim ersten Versuch, das Buch zu lesen, schon angedeutet. Ich hatte gehofft, das es einer der Fehlversuche war, die man einfach schonmal hat. Falsches Buch in der falschen Stimmung, Kopf nicht frei....es gibt tausend Gründe, warum es mit einer Lektüre schonmal anfangs etwas holpert.

Aber bei " Die Blutschule" blieb es leider auch beim zweiten Anlauf so. 
Ich habe mich so auf das Buch gefreut, der Rückseitentext versprach einen ganz anderen Fitzek, einen Rhode halt, Horror pur...
Leider suchte ich danach vergeblich. Habe mich bis weit über die Hälfte gekämpft- es war wirklich ein Kampf, weil ich fand langweilig, was ich da las- und dann entnervt aufgegeben. 
Schade, ich war richtig traurig, aber ich hatte einfach keine Lust mehr weiterzulesen. Inzwischen hat das Buch mich in Richtung rebuy verlassen. Der erste Fitzek, den ich nicht im Regal haben möchte. Schade.
Habe ein bisschen Angst, jetzt " Das Joshua Profil" anzufangen...
Ich werde erstmal etwas Zeit vergehen lassen und ein paar ältere Titel von meinem SuB in Angriff nehmen.

Aktuell ist das "Die Verratenen" von Ursula Poznanski. War schon auf Seite 260, habe es vor Wochen aus irgendwelchen Gründen beiseite gelegt- und da lag es erstmal.
Heute Morgen hab ich es wieder zur Hand genommen, aufgeklappt und war sofort wieder in der Geschichte. Feines Buch! So muss das sein. :-) 

Deshalb verabschiede ich mich jetzt an dieser Stelle und gehe weiter lesen. Bis bald! 

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Kommentare: 3
  • #1

    Ankas Geblubber (Freitag, 01 Januar 2016 15:08)

    Hey Anja!
    "Das Puppenzimmer" macht mich nach wie vor sehr neugierig. Deine Rezi stachelt die Neugierde nur noch mehr an :)
    Schade, dass du mit der Blutschule nichts anfangen konntest. Mir hat das Hörbuch gut gefallen, aber ich bin auch nicht von einem Horrorroman ausgegangen ;)
    Viel Lesefreude mit den Verratenen und einen gemütlichen Start ins neue Jahr!
    Lass dich drücken,
    deine Anka

  • #2

    Anja (Freitag, 01 Januar 2016 15:16)

    Hey Anka,

    Freut mich, das ich Dich neugierig machen konnte. :-) Vielleicht können wir uns ja irgendwann mal über das Buch austauschen.

    Was "Die Blutschule" angeht war es einfach nicht meins, kann passieren. Machste nix dran. Hie und da passiert das auch mal bei Lieblingsautoren. Das nächste wird bestimmt wieder meins. ;-)

    Drück Dich zurück,
    auf ein cooles 2016

    Anja

  • #3

    Anne (Sonntag, 03 Januar 2016 21:38)

    Hallo Anja!

    Mit dem Puppenzimmer hast du mich auch neugierig gemacht und das Buch ist auf meine - viel zu lange - Wunschliste gewandert!

    Schade, dass die Blutschule nichts für dich ist. Ich habe das buch in der Sauna komplett durchgelesen und eine Rezi geht nächste woche auf meinem Blog on.

    LIebe Grüße

    Anne