Gwendys Button Box

Stephen King, Richard Chizmar

Gwendys Button Box

engl. Ausgabe

Hodder & Stoughton

176 Seiten

12,99 €

ISBN: 978-1473672093

 

amazon

 

     

 

Gwendy joggt jeden Tag die sogenannte "Selbstmordtreppe" hinauf. Denn Ihr Spitzname, "Goodyear", den sie wegen ihrer Speckröllchen erhielt, soll sie in keinem Fall in die weiterführende Schule begleiten. Die Treppe führt an einer Klippe die Steilküste hinauf, von der sich vor Jahren eine junge Frau in den Tod gestürzt hat, daher der morbide Name .

Mehrere Tage lang sieht Gwendy oben auf einer Bank einen Mann sitzen, der sie irgendwann anspricht.

Er habe sie beobachtet, und sie wäre die Richtige, erklärt er ihr, und vertraut ihr eine Box mit diversen Knöpfen und zwei Schubladen an.

Ein Knopf für jeden Kontinent- Afrika, Asien, Europa, Australien, Nordamerika, Südamerika. Dazu ein roter Knopf. Auf Gwendys Frage, was der tut, antwortet der Mann: "Alles, was Du willst." Ein schwarzer Knopf "beendet alles".

Weiterhin gibt es zwei kleine Schubladen. In einer findet man in regelmäßigen Abständen einen Silver Dollar. In der anderen ein Schokoladentierchen. Die sind so köstlich und, obwohl winzig, so gehaltvoll, das man keine Lust auf etwas anderes hat. 

Sorgfältig bewahrt das Mädchen die Box in einem Versteck auf, denn ansonsten würden ihre Eltern Fragen stellen. Die Knöpfe rührt sie nicht an, sie isst nur jeden Tag ihre Schokolade und sammelt die Münzen, wenn sie eine bekommt, in einer Tasche.

Doch irgendwann fragt sie sich, was die Knöpfe tun können...

 

Dieses Buch hat mich extrem berührt und beschäftigt. Nur 176 Seiten und so viel Inhalt!

Ich habe lange nicht so große Schwierigkeiten gehabt, Worte für eine Rezension zu finden. Ich tippe, lösche wieder, formuliere neu.... Was Stephen King und Richard Chizmar hier geschaffen haben, ist eine außergewöhnliche Geschichte. Eine außergewöhnliche Geschichte um ein außergewöhnliches Mädchen. Gwendy mochte ich vom ersten Augenblick an. Ein kluges Mädel, sympathisch, zielstrebig und mit den Sorgen, die ein Mädchen in dem Alter eben so hat.

Nachdem ihr die Box anvertraut wurde, läuft alles rund bei ihr. Sie hat keine Probleme mehr mit Speckröllchen, auch wenn sie nicht täglich die "Selbstmordtreppe" hinaufläuft, die Tage in denen sie "Goodyear" genannt wurde, sind endgültig passé. In der Schule ist sie erfolgreich, ohne sich groß anstrengen zu müssen, ebenso im Sport. Es läuft einfach bei ihr. Und auch die Zukunft scheint gesichert, denn die Silverdollars, die sie aus der Box bekommt, spart Gwendy für die Highschool. Kluges, bescheidenes Mädchen!

Allerdings spürt man bei all der Idylle immer eine diffuse Bedrohung, die zwischen den Zeilen lauert. Denn nichts, das solche Dinge vermag wie diese Box, bringt nur Gutes mit sich. Und spätestens, als Gwendy den roten Knopf ausprobiert, wird man in dieser Ahnung bestätigt. Die Wunschbox hat nicht nur gute Seiten. Und man ahnt, was passieren könnte, käme sie in die falschen Hände...

Da haben wir dann auch den Brückenschlag zum "richtigen Leben". Rote Knöpfe in den falschen Händen...mehr als einmal habe ich das Buch sinken lassen und kurz Luft holen und die Gedanken sortieren müssen. Dieses Buch bringt zum Nachdenken!

 
Mein Fazit:
Ich kann "Gwendys Button Box" rückhaltlos jedermann empfehlen, die Geschichte ist spannend bis zum Schluss, kommt ohne großes Gemetzel aus -es gibt eine Szene, in der es durchaus brutal wird, aber nicht übermäßig- und der Horror, den man durch den Namen "Stephen King" erwartet- der ist unbestritten da, aber zwischen den Zeilen. Er findet in erster Linie im Kopf des Lesers statt.
 
Und wer lieber die deutsche Übersetzung lesen möchte, Heyne bringt das Buch im Herbst unter dem Titel "Gwendys Wunschkasten" heraus. Genauer gesagt, am 09.10.2017. Hier der Link zur Verlagsseite.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0